„Erkämpft und verhasst – Die Geschichte des Datenschutzes“

Original-Titel des BR2 Podcasts Radiowissen

Der BR2 Podcast Radiowissen skizziert facettenreich die Geschichte des Datenschutzes in Deutschland – vom Protest gegen die Volkszählung der 80er, über den ersten Landesdatenschutz-Beauftragten in Hessen bis hin zur heutigen fordernden Situation mit großen US Digitalkonzernen. PriDI-Jurist Leopold Beer kommt im Interview zu Wort.

Den Volkszählungen im Mittelalter folgten die Menschen meist untertänig. In der BRD der 80er Jahre sah das schon anders aus – Bürger:innen organisierten sich und protestieren zahlreich gegen die für 1983 geplante Volkszählung. Der Grund: die Sorge um die eigenen Daten und die Angst vor staatlicher Überwachung.

Mit dieser Volkszählung beginnt die Podcast-Folge zur „Geschichte des Datenschutzes“. PriDI-Teammitglied und Jurist Leopold Beer stellt im Interview das Projekt openwebsearch.eu vor und schildert seine Sichtweise auf die Handlungsspielräume der EU in Sachen Datenschutz.

Stand in der Bewegung der 80er Jahre der deutsche Staat in Punkto „Überwachung“ in der Kritik bei seinen Bürger:innen, sind es heute die großen Digitalkonzerne. Sie schöpfen massenhaft Daten ab und verdienen damit Geld. Viele Bürger:innen nutzen deren Angebot jedoch freiwillig – teilweise ohne Sorge um persönliche Daten, teilweise mit Bedenken. Immerhin gebieten europäische Regelungen, etwa die DSGVO, der Datensammelwut großer Konzerne einen gewissen Einhalt.

Leopold Beer möchte, dass die EU ihre Idee vom Datenschutz weiterhin durchsetzt. Er setzt auf den Brüssel-Effekt: „Europa muss ein so wichtiger Markt für Anbieter von digitalen Lösungen sein, dass die Regulierungen der EU Ausschlag darauf geben, wie Unternehmen ihr Produkt designen“, sagt Leopold im Interview.

Welche Rolle unser offener Webindex für Europa spielt und weitere interessante Aspekte zur Geschichte des Datenschutzes, erfahrt ihr in der BR2-Podcast-Folge.