Alles eine Frage des Mindsets – Datenschutz durch Technikgestaltung als Wettbewerbsvorteil
Im März 2026 veröffentlichte die Stiftung Datenschutz die Publikation „Unternehmen und Datenschutz: Stimmungsbild 2026. In diesem Artikel fasst Charlotte Werther einige Kernaussagen zusammen und zeigt die Relevanz für das PriDI-Projekt.
Wie wichtig sind Ihnen ihre Grundrechte im Internet also z.B. Datenschutz, Meinungsfreiheit und Persönlichkeitsrechte?
Mit dieser Frage eröffnet eine aktuelle Umfrage der Stiftung Datenschutz. 90,1 % der befragten Bundesbürger:innen sagen, dass ihnen ihre Grundrechte im Internet wichtig sind; knapp 80% davon stufen ihre Grundrechte sogar als „sehr wichtig“ ein. Geantwortet haben bundesweit 2500 Befragte aus verschiedenen soziodemografischen Schichten.
Bereitstellung der Grafik mit freundlicher Genehmigung der Stiftung Datenschutz. https://stiftungdatenschutz.org/fileadmin/Redaktion/Dokumente/Umfrage_Unternehmen_und_Datenschutz_Stimmungsbild_2026/SDS_Pressekit_2026.pdf
Datenschutz als Wettbewerbsvorteil
Nach den Untersuchungen der Stiftung Datenschutz stärkt Datenschutz nicht nur das Vertrauen in Marken und Unternehmen, sondern trägt auch zum Schutz wertvoller Geschäftsgeheimnisse und Know-how bei. Datenschutz kann zudem die Resilienz von Unternehmen erhöhen und somit zu einem echten Wettbewerbsvorteil werden. Diese Erkenntnisse liefert die Befragung der der zweiten Zielgruppe, privatwirtschaftliche Entscheider:innen auf C-Level.
Ein hohes Datenschutzniveau ist für 48,1 % der befragten Entscheider:innen aus der Privatwirtschaft ein wichtiger Standortfaktor und einer der Top 3 Gründe dafür, EU-basierte Anwendungen mit entsprechendem Datenschutzniveau zu nutzen.
Bereitstellung der Grafik mit freundlicher Genehmigung der Stiftung Datenschutz. https://stiftungdatenschutz.org/fileadmin/Redaktion/Dokumente/Umfrage_Unternehmen_und_Datenschutz_Stimmungsbild_2026/SDS_Pressekit_2026.pdf
Vertrauen schaffen durch Datenschutz
Kontrolle über personenbezogene Daten, eigene Privatsphäreeinstellungen sowie klare und verständliche Informationen darüber, wie persönliche Daten genutzt werden – das sind in Deutschland für Verbraucher:innen die drei wichtigsten vertrauensbildenden Faktoren. Werden Daten für fremde Zwecke genutzt oder ist die Abfrage der Daten nicht transparent, schwindet das Vertrauen der Verbraucher:innen. Das geht aus einer Umfrage der International Association of Privacy Professionals hervor. Ein gutes Datenschutzkonzept kann also das Vertrauen in das eigene Unternehmen oder die eigene Marke erhöhen.
Privacy-by-design
Klar definierte Rollen- und Rechtskonzepte und ein stringentes Zugriffsmanagement sind grundlegende datenschutzrechtliche Maßnahmen. Und diese Maßnahmen können auch ohne großen Aufwand auf andere Datentypen, z.B. Geschäftsgeheimnisse und Know-How, übertragen werden. Sie schützen so wertvolle Informationen vor unberechtigtem Zugriff und Datenabfluss. Ein gutes Datenschutzkonzept übertragen auf Geschäftsgeheimnisse und Know-How hilft also dabei, (immaterielle) Vermögensgegenstände zu schützen und so die eigene Position auf dem Markt zu stärken.
Deshalb ist es sinnvoll, Datenschutz von Anfang an mitzudenken. Die Kosten für nachträgliche Anpassungen hin zu datenschutzkonformen Prozessen und Produkten sind in der Regel höher als Investitionen in Datenschutz von Beginn an.
Die Umfrage und die Untersuchung der Stiftung Datenschutz stützen den Ansatz im Projekt „Privatheitsfördernde digitale Infrastrukturen“ (PriDI). Ziel des Projekts ist es, Grundwerte wie Privatsphäre und Datenschutz im Sinne von „values by design“ in einem offenen europäischen Webindex und darauf aufbauenden digitalen Anwendungen, z.B. Suchmaschinen und KI-Suche, von Anfang an zu verankern.
Charlotte Werther, LL.M. ist Juristin und wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Open Search Foundation e.V. Im Rahmen des Projekts PriDI beschäftigt sie sich mit der grundrechtskonformen Gestaltung einer offenen Suchinfrastruktur.





